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Warum das väterliche Alter mehr zählt als lange gedacht
Jahrzehntelang hat sich die Reproduktionsmedizin beim Thema Fehlgeburt fast ausschließlich auf das Alter der Frau konzentriert. Zu Unrecht, sagt Priv. Doz. DDr. Michael Feichtinger vom Wunschbaby Institut Feichtinger in Wien. In dieser Episode des Wunschbaby Podcasts erklärt er eine brandaktuelle Studie, die das männliche Alter erstmals sauber isolieren konnte.
Untersucht wurden Paare, bei denen eine Eizellspende zum Einsatz kam: Weil die Eizelle jung und gespendet war, ließ sich der Einfluss des Mannes unabhängig vom Alter der Partnerin betrachten. An diesem Problem sind alle früheren Studien gescheitert, denn ältere Männer haben tendenziell auch ältere Partnerinnen. Das Ergebnis: Gerade bei Männern ab 45 zeigt sich ein deutlicher Effekt auf das Auftreten von Fehlgeburten.
Was sich in alternden Samenzellen verändert
Dr. Feichtinger ordnet ein, warum 45 keine absolute biologische Grenze ist, sondern das Risiko schrittweise zunimmt – und was sich in alternden Samenzellen überhaupt verändert: von Punktmutationen, die auch das Risiko für Autismus oder Schizophrenie erhöhen, bis zu genetischen Schäden, die eine Fehlgeburt begünstigen.
Was ein Spermiogramm zeigt – und was nicht
Ein unauffälliges Spermiogramm kann genau diese genetischen Fehler nicht aufdecken. In der Episode erklärt Dr. Feichtinger, was ein Test auf DNA-Fragmentierung tatsächlich aussagt und warum ihn viele Fachgesellschaften noch nicht routinemäßig empfehlen. Außerdem geht es um die Rolle von Lebensstil, Sport, Alkohol und Rauchen – und darum, warum regelmäßige Ejakulationen alle zwei bis drei Tage die Spermienqualität verbessern.
Behandlungsmöglichkeiten und ein wichtiger Rat
Zum Schluss geht es um die Behandlungsmöglichkeiten: spezielle Samenselektionsmethoden im Labor, die vor einer Insemination oder IVF die gesündesten Samenzellen auswählen. Sein wichtigster Rat an betroffene Paare: Fehlgeburten sind häufig, nach einer einzelnen braucht man sich noch nicht zu viele Sorgen zu machen. Spätestens ab der dritten gehört aber beides abgeklärt – die männliche und die weibliche Seite. Mehr dazu lesen Sie unter Abortabklärung.


