Kann ich mit nur einem Eierstock schwanger werden?
Die Frage, ob eine Schwangerschaft mit nur einem Eierstock möglich ist, beschäftigt viele Frauen, die durch Operationen, angeborene Besonderheiten oder andere Umstände einen Eierstock verloren haben.

Die gute Nachricht: Eine Schwangerschaft ist in vielen Fällen weiterhin möglich, sowohl auf natürlichem Weg als auch mit Unterstützung moderner Kinderwunschbehandlungen wie der In-vitro-Fertilisation (IVF). In diesem Beitrag beleuchten wir die Voraussetzungen, Herausforderungen und Chancen für eine Schwangerschaft mit einem Eierstock und geben Ihnen wertvolle Einblicke in die Behandlungsmöglichkeiten.
Voraussetzungen für eine Schwangerschaft mit einem Eierstock
Eine Schwangerschaft ist grundsätzlich möglich, solange Sie sich in Ihrer fruchtbaren Lebensphase befinden und der verbleibende Eierstock sowie mindestens ein funktionierender Eileiter vorhanden sind. Optimal ist es, wenn der Eileiter auf derselben Seite wie der verbleibende Eierstock liegt. Interessanterweise kann in seltenen Fällen ein Eileiter auf der gegenüberliegenden Seite ein Ei aus dem Eierstock auffangen, was eine natürliche Empfängnis ermöglicht.
Falls jedoch beide Eileiter fehlen oder in ihrer Funktion beeinträchtigt sind – etwa durch Vernarbungen oder Verklebungen – ist eine natürliche Schwangerschaft nicht möglich. In solchen Fällen bietet die In-vitro-Fertilisation (IVF) eine bewährte Lösung, bei der die Eizelle außerhalb des Körpers befruchtet und anschließend in die Gebärmutter eingesetzt wird.
Auswirkungen eines fehlenden Eierstocks
Die Entfernung eines Eierstocks halbiert die Anzahl der verfügbaren Eibläschen, da der verbleibende Eierstock nicht „kompensiert“ oder zusätzliche Eizellen produziert. Dies führt zu einer reduzierten ovariellen Reserve, was die fruchtbare Lebensphase verkürzen kann. Besonders kritisch wird dies bei Frauen, die bereits eine eingeschränkte ovarielle Reserve haben, etwa ab Ende 30 oder bei erhöhten FSH-Werten (follikelstimulierendes Hormon).
Ein weiterer Aspekt sind mögliche Komplikationen durch Operationen. Chirurgische Eingriffe am Eierstock oder Eileiter können die Durchblutung beeinträchtigen, was die Funktion des verbleibenden Eierstocks einschränken kann. Solche Durchblutungsstörungen treten beispielsweise häufig nach der Entfernung einer Eileiterschwangerschaft auf. Dennoch gibt es Hoffnung: Studien zeigen, dass die Qualität der verbleibenden Eizellen in der Regel nicht beeinträchtigt ist, was die Erfolgschancen bei einer IVF-Behandlung vergleichbar mit denen von Frauen mit zwei Eierstöcken macht.
Ursachen für den Verlust eines Eierstocks
Der Verlust eines Eierstocks kann angeborene oder erworbene Ursachen haben. Nachfolgend die häufigsten Gründe:
1. Angeborenes Fehlen eines Eierstocks
Ein angeborenes Fehlen eines Eierstocks ist extrem selten und tritt etwa bei einer von 12.000 Geburten auf. Ursachen können Fehlbildungen der sogenannten Müllerschen Gänge sein, aus denen sich die weiblichen Geschlechtsorgane entwickeln. Auch eine Torsion (Verdrehung) von Eierstock und Eileiter im Mutterleib kann dazu führen.
2. Operative Entfernung eines Eierstocks
Weitaus häufiger ist der Verlust eines Eierstocks durch chirurgische Eingriffe. Zu den häufigsten Gründen zählen:
· Endometriose (47 %): Endometriose-Herde oder -Zysten können eine Entfernung erforderlich machen.
· Entzündungen (22 %): Abszesse an Eileiter oder Eierstock, oft durch Infektionen wie eine Beckenentzündung, können eine Operation notwendig machen.
· Gutartige Zysten (16 %): Große oder problematische Zysten führen oft zur Entfernung des betroffenen Eierstocks.
· Eileiterschwangerschaft (15 %): Eine rupturierte oder nicht lebensfähige Eileiterschwangerschaft kann die Entfernung eines Eierstocks oder Eileiters erfordern.
Weitere Ursachen sind gut- oder bösartige Tumore sowie Torsionen, bei denen sich der Eierstock verdreht und die Durchblutung unterbrochen wird.
Behandlungsmöglichkeiten für den Kinderwunsch
Die Behandlung hängt von der individuellen Situation ab. Wenn der Zyklus intakt ist und ein funktionierender Eileiter vorhanden ist, kann eine natürliche Empfängnis möglich sein. Bei eingeschränkter Eileiterfunktion oder geringer ovarieller Reserve ist die IVF oft die beste Option.
In-vitro-Fertilisation (IVF)
Bei der IVF werden Eizellen aus dem verbleibenden Eierstock entnommen, im Labor befruchtet und in die Gebärmutter eingesetzt. Die Erfolgsraten sind ermutigend: Studien zeigen, dass Frauen mit einem Eierstock ähnliche Schwangerschaftsraten bei IVF-Behandlungen erzielen wie Frauen mit zwei Eierstöcken, da die Qualität der Eizellen nicht beeinträchtigt ist.
Hormonelle Stimulation
Um die Chancen auf eine erfolgreiche Eizellgewinnung zu erhöhen, kann eine hormonelle Stimulation eingesetzt werden, um die Eierstöcke gezielt anzuregen. Dabei wird die Dosierung individuell angepasst, um eine Überstimulation zu vermeiden.
Unterstützende Maßnahmen
Neben medizinischen Behandlungen können ergänzende Maßnahmen wie eine gesunde Lebensweise, Stressreduktion und gezielte Ernährung die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen. Eine Beratung durch Kinderwunschspezialisten hilft, einen ganzheitlichen Behandlungsplan zu erstellen.
Häufige Fragen und Ängste
Viele Frauen machen sich Sorgen, dass ein fehlender Eierstock ihre Chancen auf eine Schwangerschaft drastisch reduziert. Während die ovarielle Reserve tatsächlich geringer ist, bleibt die Eizellqualität in der Regel unbeeinträchtigt. Eine frühzeitige Abklärung und ein individueller Behandlungsplan sind entscheidend, um die besten Voraussetzungen für eine Schwangerschaft zu schaffen.
Ein weiteres Anliegen ist die Sorge vor Komplikationen durch frühere Operationen. Hier ist eine genaue Diagnostik, etwa durch Ultraschall oder eine Eileiterdurchgängigkeitsprüfung, essenziell, um die Funktion des verbleibenden Eierstocks und Eileiters zu bewerten.
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