Was unsere Patienten sagen
Kinderwunsch & Unfruchtbarkeit beim Mann: Interview mit Benedikt Schwan
Mit 41 Jahren wurde bei Herrn Schwan Unfruchtbarkeit diagnostiziert. In diesem Interview mit Julia Ecker spricht er über seinen Umgang mit dieser Diagnose, sowie seiner beachtlichen Recherche rund um das im wichtiger werdende Thema männliche Unfruchtbarkeit, welches mittlerweile in über 50% der Fälle mitgrund für einen unerfüllten Kinderwunsch ist.Abnehmen fördert Kinderwunsch
Eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Kinderwunschpatientinnen hebt die Chance auf eine Schwangerschaft und senkt das Risiko einer Fehlgeburt. Auch die Samenqualität kann durch eine Gewichtsabnahme bei übergewichtigen Männern wesentlich verbessert werden. Ich rate übergewichtigen Patientinnen daher stets zu einer Ernährungsumstellung und mehr Sport. Immer öfter unterziehen sich adipöse Frauen einer Magenbypass Operation. Dies kann allerdings in Folge einer Schwangerschaft auch Auswirkungen für das ungeborene Kind haben. Die Studie „Intrauterine Wachstumsverzögerung in der Spätschwangerschaft nach maternalem Magenbypass“ der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der Medizinischen Universität Wien hat belegt, dass schwangere Magenbypass-Patientinnen ihren ungeborenen Kindern nicht ausreichend Nahrung zuführen können. Durch die Umleitung der Nahrung, bzw. die Aufspaltung der einzelnen Nahrungsbestandteile, kommt es zu einem chronischen Nährstoffmangel sowie wiederholt erniedrigten Blutzuckerwerten, welche sich direkt auf das fetale Wachstum auswirken. Ziel der Studie war, das intrauterine Wachstum von Feten in Schwangerschaften nach maternaler Magenbypass Operation zu untersuchen. Dabei wurde an 43 Schwangerschaften nach maternalem Magenbypass und 43 Kontrollen geforscht. Das longitudinale fetale Wachstum wurde anhand von wiederholten Ultraschallmessung beobachtet.In Feten nach maternalem Magenbypass konnte eine deutliche Abflachung der Wachstums-Perzentilen von der Mitte bis zum Ende der Schwangerschaft beobachtet werden. Während sich in der Mitte der Schwangerschaft vergleichbare fetale Messwerte in beiden Gruppen zeigten, hatten Feten nach maternalem Magenbypass gegen Ende der Schwangerschaft deutlich kleinere Bauchumfänge. Neugeborene nach Magenbypass hatten ein signifikant niedrigeres Gewicht, vergleichbar mit jenen von an chronischem Hunger leidenden Müttern. Ich empfehle daher, eine Schwangerschaft nach Magenbypass-Operation engmaschig von Spezialisten zu überwachen und Nährstoffmängel entsprechend auszugleichen.Kann eine künstliche Befruchtung die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft erhöhen?
Auch wenn eine künstliche Befruchtung wie IVF oder ICSI zunächst als medizinischer Eingriff gesehen wird, kann sie Prozesse im Körper anstoßen, die sich langfristig positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken. Die hormonelle Stimulation sorgt dafür, dass mehrere Eizellen heranreifen und der Zyklus gezielt unterstützt wird. Dadurch erhält das hormonelle System oft einen wichtigen Impuls.Zusätzlich werden im Zuge der Behandlung mögliche Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch erkannt und optimiert. Hormonelle Ungleichgewichte, Schilddrüsenprobleme oder andere Faktoren werden behandelt, was sich auch nachhaltig positiv auf die natürliche Fruchtbarkeit auswirken kann.Auch der emotionale Faktor spielt eine große Rolle. Nach einer Kinderwunschbehandlung verändert sich häufig der Umgang mit dem Thema, der Druck nimmt ab und der Körper kann sich entspannen. Diese Veränderung kann sich positiv auf den Hormonhaushalt auswirken und eine natürliche Schwangerschaft begünstigen.In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass Paare nach einer erfolgreichen künstlichen Befruchtung später auf natürlichem Weg ein weiteres Kind bekommen. Das erste Kind entsteht dabei mit medizinischer Unterstützung, während das zweite oft überraschend ganz ohne Behandlung folgt. Dieses Phänomen zeigt, dass sich die Fruchtbarkeit verändern kann und der Körper nach einer Behandlung wieder in ein besseres Gleichgewicht findet.Die Wahrscheinlichkeit dafür hängt stark von den individuellen Ursachen des Kinderwunsches ab. Besonders bei ungeklärter Kinderlosigkeit oder leichten Einschränkungen ist die Chance höher, dass es später auch ohne medizinische Hilfe klappt.Fazit: Der Körper bleibt dynamisch. Eine künstliche Befruchtung kann nicht nur direkt helfen, schwanger zu werden, sondern in manchen Fällen auch die Voraussetzungen schaffen, dass es später ganz natürlich funktioniert.IVF
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Rechtliche Grundlagen
Seit 1. Juli 1992 ist das in Österreich so genannte Fortpflanzungs-Medizingesetz (FmedG) in Kraft.
Grundsätzlich ist eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung nur in einer Ehe oder einer eheähnlichen Lebensgemeinschaft und nur mit schriftlichem Einverständnis erlaubt. Im Falle einer Lebensgemeinschaft muss die Zustimmung zusätzlich in Form eines Notariatsaktes oder eines gerichtlichen Protokolls erteilt werden. In Österreich ist eine künstliche Befruchtung nur dann zulässig, wenn nach dem Stand der Wissenschaft und Erfahrung alle anderen möglichen und zumutbaren Behandlungen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft durch Geschlechtsverkehr erfolglos waren oder aussichtslos sind.
Die Methoden der medizinisch unterstützen Fortpflanzung im Sinne des FMedG sind:
- Einbringen von Samen in die Gebärmutter der Frau
- Vereinigung von Eizellen und Samenzellen außerhalb des Körpers
- Einbringen entwicklungsfähiger Zellen in die Gebärmutter der Frau
- Einbringen von Eizellen oder Eizellen mit Samen in die Gebärmutter der Frau
Seit der Novellierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes 2015 ist es in Österreich nun auch möglich, dass gleichgeschlechtliche Frauenpaare eine IVF mittels Samenspende in Anspruch nehmen können. Auch die Präimplantationsdiagnostik am Embryo zur Vermeidung von familiären Erkrankungen sowie wiederholten Fehlgeburten ist seither erlaubt.
Nachdem die Samenspende in Österreich seit vielen Jahren erlaubt war, lässt das Gesetz von 2015 auch die Eizellspende zu.
Ist der Samen des Ehegatten oder des Lebensgefährten jedoch nicht fortpflanzungsfähig, ist es erlaubt, den Samen eines Dritten (Samenspender) in die Gebärmutter einzubringen (=Insemination), wobei es einer ausdrücklichen Zustimmung beider Partner in Form eines Notariatsaktes oder gerichtlichen Protokolls bedarf.


































