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30. Jänner 2018 um 17:30 Uhr Lainzerstraße 6, 1130 Wien
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30 Jahre IVF

Das erste österreichische IVF Baby feiert im August seinen 30. Geburtstag. Vor 30 Jahren war die Geburt eines Retortenbabys eine kleine Sensation – heute ist In-vitro Fertilisation in der Reproduktionsmedizin nicht mehr wegzudenken. Ein Segen für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch. Univ. Prof. Dr. Wilfried Feichtinger ist der medizinische Vater des Geburtstagskinds und bis heute mit seinem Wunschbaby Institut WIF ein Pionier in Sachen Kinderwunsch.


Der Kinderwunsch ist ein zutiefst menschlicher Wunsch nach Liebe und Lebenssinn. Ein eigenes Kind ist für die meisten Paare die Krönung und Erfüllung ihrer Beziehung. Leider funktioniert die Natur nicht auf Knopfdruck: Stress, die moderne Lebensplanung mit langen Ausbildungszeiten, die nicht enden wollende Partnersuche, gesundheitliche Parameter – es gibt zig Gründe, warum Frauen, die Mütter werden wollen, nicht schwanger werden. Die Lösung: künstliche Befruchtung – die Zeugung eines Kindes außerhalb des Mutterleibes.
Spezialist auf diesem Gebiet ist Univ. Prof. Dr. Wilfried Feichtinger, Leiter des Wunschbaby Instituts WIF in Wien. Er ist der „medizinische Vater“ des ersten österreichischen IVF Babys: Am 5. August 1982 wurde Zlatan Jovanovic geboren und Österreich war damit weltweit nach England, Australien und den USA, Frankreich und Deutschland das sechste Land, in dem ein Baby nach einer In-vitro- Fertilisation auf die Welt kam.

Wie alles begann


In den Siebziger Jahren steckte die Reproduktionsmedizin im wahrsten Sinne des Wortes noch in den Kinderschuhen. „Der Traum von der Befruchtung außerhalb des Mutterleibes im Reagenzglas existierte bereits sehr früh. Für die Mediziner war diese neue Form der Befruchtung zudem ein extrem spannendes medizinisches Forschungsgebiet“, erinnert sich Univ. Prof. Dr. Feichtinger. Gemeinsam mit einer Gruppe von Ärzten der Universitäts Frauenklinik Wien befasste sich der Mediziner mit der Erforschung der weiblichen Eizelle. „Die Kollegen bezweifelten allerdings, dass IVF jemals beim Menschen funktionieren würde“, sagt der Arzt. „Ich selbst war immer überzeugt, dass es eines Tages klappen wird.“
Als 1975 in England die erste Eileiterschwangerschaft nach einer künstlichen Befruchtung eintrat, glaubten Skeptiker zunächst an einen Schwindel. Die Geburt von Louise Brown, dem weltweit ersten IVF Baby am 25. Juli 1978, veränderte dann die Welt der Medizin: „Ich habe den Kongress in London, bei dem die verantwortlichen Forscher Steptoe und Edwards ihre Methode offenlegten, besucht, alle Informationen zusammengesammelt und dann meinerseits einen Vortrag vor den Wiener Kollegen gehalten, die ich damit endgültig überzeugen konnte“, sagt Univ. Prof. Dr. Feichtinger. Es folgten Versuchsreihen und weitere Forschungen in Wien gemeinsam mit den Kollegen Univ. Doz. Dr. Peter Kemeter und Univ. Prof. Dr. Stephan Szalay. Bereits 1980 erzielte das innovative Gynäkologen-Trio die erste Schwangerschaft; leider verlor die Patientin in der achten Woche ihr Baby. Wenig später wurde Jovanka Jovanović mit Zlatan schwanger.

„Ganz zu Anfang war es faszinierend, an einem Forschungsprojekt mitzuarbeiten, in dem es noch so wenig Erfahrung gab“, erinnert sich Univ. Prof. Dr. Feichtinger. „Die Arbeit an der Wurzel des Lebens reizt mich nach wie vor und ich möchte immer weitere und bessere Möglichkeiten finden, um Paaren zu helfen.“ Immerhin war der Kinderwunsch-Experte bis heute an der Entstehung von stolzen 5.000 bis 6.000 IVF- Babys beteiligt.

Künstliche Befruchtung 2012


Seit damals hat sich in der IVF eine Menge getan. Für beide, Arzt und Patientin, ist die künstliche Befruchtung einfacher geworden. Während früher die Eizelle durch eine Laparoskopie gewonnen werden musste, gibt es heute ein von Univ. Prof. Dr. Feichtinger entwickeltes Ultraschallgerät, mit dessen Hilfe die Eizellenentnahme vaginal erfolgt. Eine spezielle Laser-Technologie, das „Assisted Hatching“, macht die Einnistung für den Embryo leichter: „Ungefähr am 5. Tag nach der Befruchtung muss der Embryo die Glashaut oder Zona pellucida der Eizelle verlassen und sich einnisten, er schlüpft“, erklärt der Mediziner. „Mit dem Assisted Hatching, der Schlüpfhilfe, wird diese Umhüllung mit Laser ausgedünnt und so dem heranwachsenden Embryo das Verlassen der Zona pellucida erleichtert.“
Weiters haben sich Aufbewahrungsmöglichkeiten bereits entnommener Eizellen optimiert: „Die Kryokonservierung erlaubt die Aufbewahrung für spätere IVF- Versuche ohne dass man eine vorherige Stimulation vornehmen muss“, sagt der Arzt. „Auch kann man heute mit 3-D Ultraschall Ansichten den Reifegrad der Eizell- Follikel bestens beurteilen.“ Und bei schlechtem Samenbefund des Mannes hat die Medizin ebenfalls modernste Geschütze parat: „Ist die Spermiengewinnung aus dem Ejakulat nicht möglich, wird Gewebe mittels Punktion direkt aus dem Hoden entnommen“, erklärt Univ. Prof. Dr. Feichtinger. „Diese Methode nennt man TESE Testicular Sperm Extraction.“

Die PICSI-Methode ist eine biologisch „naturnahe“ Methode der Spermienselektion. Dazu wird ein einzelnes Spermium nicht anhand seines morphologischen Erscheinungsbildes, sondern auf Grund seiner biochemischen Oberflächeneigenschaften ausgewählt. „Durch einen speziellen Hyaluron- Bindungstest werden Spermien zuerst selektiert bevor sie zur Befruchtung verwendet werden“, sagt Univ. Prof. Dr. Feichtinger. „Spermien, die den natürlichen Reifungsprozess vollständig durchlaufen haben, besitzen die Fähigkeit über Bindungsstellen am Spermienkopf an Hyaluronsäure zu binden. Studien zufolge sind diese gebundenen Spermien zu annähernd 99,9 Prozent frei von DNA-Schäden.“ Im Anschluss wird das auserkorene „Winner-Spermium“ direkt in die Eizelle injiziert. Alle diese medizinischen Innovationen in Summe sind natürlich eine große Erleichterung für Paare mit Kinderwunsch.

Die Zukunft der Reproduktionsmedizin


„In Sachen Forschung sind wir auf dem Vormarsch“, sagt der Kinderwunsch-Experte. Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang die Präimplantationsdiagnostik: „So kann man etwa bestimmte genetische Defekte an noch nicht befruchteten Eizellen diagnostizieren und nur jene zur IVF heranziehen, die beste Entwicklungschancen haben“, sagt der Mediziner. „So kann die Zahl der Fehlgeburten deutlich verringert werden und auch die psychologische Belastung der Frauen wird gemindert.“

Die am spannendsten klingende Zukunftsmusik ist das Eizell-Banking und generell alles, was dazu beiträgt, einen späten Kinderwunsch zu erfüllen. Dazu müsste man die Eizellen-Qualität der Jugend bewahren oder in späteren Jahren wieder verbessern können.


Auch sind Mittel und Wege gefragt, beim Fehlen von Samenzellen Geschlechtszellen zu züchten. „Haploidisierung heißt das in Forscherkreisen“, sagt Univ. Prof. Dr. Feichtinger. „Bei dieser Methode werden Geschlechtszellen aus normalen Körperzellen gebildet.“ Das kann eine große Hilfe in Fällen sein, bei denen entweder der Mann keine befruchtungsfähigen Samenzellen entwickelt oder die Frau keine Eizellen. Dennoch entstünde ein Baby das die genetischen Merkmale von Mutter und Vater in sich trägt.

„Meine Vision ist und bleibt letztendlich allen Paaren mit Kinderwunsch zu ihrem eigenen Baby zu verhelfen“, sagt Univ. Prof. Dr. Feichtinger.


Kostenloser Infoabend

Am 30.01.2017 um 17:30 Uhr findet im Wunschbaby Institut Feichtinger ein kostenloser Infoabend zum Thema Kinderwunsch für alle Interessierten statt.

Die Teilnahme ist kostenlos, unverbindlich und dient lediglich Ihrer persönlichen Information, um Voranmeldung wird gebeten!

Wunschbaby Institut Feichtinger
Lainzer Straße 6, 1130 Wien

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